Von Anfang an, nur das Beste für mein Baby
„Insbesondere in Sachen Ernährung sollte dieser Vorsatz gelebt werden, schließlich entwickeln sich 80% des Gehirns innerhalb der ersten drei Lebensjahre,“ erläutert Diätologin Katharina Loidl für CulinaryMedicine. Wir haben genau nachgefragt, was eine nahrhafte Babynahrung beinhalten soll und welche Rolle Öle und Fette dabei spielen. Eines können wir bereits vorwegnehmen: Pflanzliche Öle sind ab Beginn der Beikost für den Säugling sehr bedeutsam.
Öle sind essenzielle Bestandteile nahrhafter Beikost
Im Säuglingsalter ist die Aufnahme von langkettigen ungesättigten Fettsäuren besonders wichtig, da sie eine wesentliche Beteiligung an der visuellen, motorischen und kognitiven Entwicklung haben. Säuglinge haben aufgrund ihres Wachstums einen erhöhten Bedarf an Omega-6-Fettsäuren (3-4% des Gesamtenergiebedarfs), zusätzlich sind neben der Alpha-Linolensäure auch die Arachidonsäure und DHA von wesentlicher Bedeutung. Ein weiterer Pluspunkt für die Zufuhr alpha-linolenreicher Pflanzenölen ist, dass die endogene Synthese langkettiger, ungesättigter Omega-3-Fettsäuren erhöht wird.
Fette haben also einerseits wichtige Funktionen für den kleinen aber schnell wachsenden Körper, zusätzlich sind sie ein wichtiger Faktor, um die Energiedichte zu erhöhen. Im Gespräch mit CulinaryMedicine weißt die Diätologin Katharina Loidl ausdrücklich darauf hin, wie wichtig es ist, hochwertige Öle in der Säuglingsernährung zu integrieren, da sie unter anderem die Resorption der fettlöslichen Vitamine (A, D, E, K) im Darm ermöglichen.
Ab wann soll man mit Beikost beginnen?
Rund um die 26. Lebenswoche – je nach Entwicklungsgrad des Kindes – wird Beikost zusätzlich zu den Milchmahlzeiten empfohlen. Auch andere Nährstoffe, wie etwa Eisen, Zink, Vitamin A und Vitamin B12, können so besser hinzugefügt werden.
Wie viel Öl soll einer nahrhaften Beikost-Mahlzeit idealerweise zugeführt werden?
Bei gut gedeihenden Säuglingen wird pro Mahlzeit 1 TL Öl empfohlen, bei Säuglingen, welche sich eher zögerlich entwickeln, sollten 2 TL Öl hinzugefügt werden. Das Öl erhöht die Entwicklung des Säuglings sowie die Energiedichte.
Welche Öle sind für Beikost geeignet?
Rapsöl, Olivenöl, Leinöl und auch Walnussöl eignen sich wunderbar, da diese ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren aufweisen. Es ist allerdings darauf zu achten, hochwertige kaltgepresste Öle in Bio-Qualität für die Babynahrung zu verwenden, um das Risiko einer Schadstoff- oder Keimbelastung zu vermindern.
Wieso empfiehlst du kaltgepresste Öle für den Babybrei?
Kaltgepressten Ölen sollte der Vorzug gegeben werden, da alle wertvollen Inhaltsstoffe, wie Vitamine und mehrfach ungesättigte Fettsäuren bei der mechanischen Pressung erhalten bleiben. Raffinierte Öle haben im Gegensatz zu den nativ gewonnen Ölen keine gesundheitlichen Vorteile für das Baby, da durch die Verarbeitungsschritte inkl. Wärmebehandlung und chemischen Lösungsmitteln alle gesundheitsfördernden Stoffe herausgefiltert werden.
Aus welchen Zutaten besteht ein beispielhafter Babybrei?
Bunt, bunter, Regenbogen! Abwechslung im Breischüsserl sorgt für eine optimale Versorgung mit allen wichtigen Vitaminen und Spurenelementen sowie für mehr Akzeptanz von verschiedenen Lebensmitteln.
Sauer macht lustig und hat Vorteile für die Aufnahme von Eisen und Co, denn die Zugabe von Vitamin C-reichem Obst und Gemüse kann die Nährstoffverfügbarkeit erhöhen.
Regionale und saisonale Lebensmittel aus biologischem Anbau sollten bevorzugt werden.
Gut verfügbare Eisenquellen wie Fleisch und Getreide sollten bereits zu Beginn der Beikost eingebaut werden, da die Eisenspeicher in der Muttermilch erschöpft sind. Pflanzliche Lebensmittel enthalten zum Teil hohe Eisenkonzentrationen, sind aber trotzdem ungünstige Lieferanten, da das Eisen unzureichend resorbiert werden kann. Zusätzliche hemmende Faktoren sind Phytate und Calcium aus Milchprodukten.
Die Lebensmittel sollten durchgegart sein, denn Säuglinge sind sehr anfällig an Infektionen durch verunreinigte Lebensmittel zu erkranken.
Selbstgekochte Speisen sollten sofort an die Kleinen verfüttern oder portioniert eingefroren werden, da aufgetaute Speisen nicht wieder eingefroren werden dürfen.
Sidefact: Abwechslungsreiche Ernährung zubereitet mit hochwertigen Lebensmitteln ist auch gesund für die Großen :)
Kurzbiografie
Katharina Loidl ist Absolventin des Diätologiestudiums an der FH JOANNEUM.
„Wie ernähren wir uns gesund?“ – eine der zentralen Fragen unserer Gesellschaft. Katharina Loidl setzt sich dafür ein, wissenschaftlich fundiertes Ernährungswissen alltagsnah und verständlich zu vermitteln. Ihr Ziel ist es, Menschen in allen Lebenslagen zu einer gesünderen Lebensweise zu befähigen und dadurch langfristig zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit beizutragen.

