Öl-ABC
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Antioxidantien
Antioxidantien sind Substanzen, die freie Radikale neutralisieren und dadurch Zellschäden verhindern können. Sie schützen Öle und Körperzellen vor oxidativem Stress.
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Ballaststoffe
Ballaststoffe gehören zu den unverdaulichen Kohlenhydraten. Sie liefern zwar keine Energie, erfüllen aber wichtige Funktionen für die Gesundheit: Sie fördern die Verdauung, unterstützen eine gesunde Darmflora und sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl.
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BDNF
BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) ist ein Protein, das das Wachstum und die Regeneration von Nervenzellen unterstützt. Es spielt eine zentrale Rolle für Lernen, Gedächtnis und neuronale Plastizität. Omega-3-Fettsäuren (z. B. DHA) und eine gesunde Ernährung können die BDNF-Produktion steigern.
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Bioverfügbarkeit
Die Bioverfügbarkeit beschreibt, wie gut ein Nährstoff vom Körper aufgenommen und verwertet werden kann. Sie wird durch Faktoren wie Löslichkeit, Zubereitung, Enzyme oder andere Nährstoffe beeinflusst. Bei Ölen ist z. B. die fettlösliche Umgebung entscheidend für die Aufnahme fettlöslicher Vitamine.
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Chemopräventive Substanzen
Das sind natürliche oder synthetische Stoffe, die die Entstehung von Krebs und anderen Erkrankungen verhindern können – z. B. durch Schutz der DNA oder Hemmung von Zellveränderungen. Vielen sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoide oder Thymoquinon wird eine mögliche chemopräventive Wirkung zugeschrieben.
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Cholesterin
Cholesterin ist ein lebenswichtiger Fettstoff, der im Körper produziert wird. LDL (Low-Density Lipoprotein) transportiert Cholesterin zu den Zellen, kann sich aber in Gefäßwänden ablagern. HDL (High-Density Lipoprotein) bringt überschüssiges Cholesterin zurück zur Leber.
Ein ausgewogenes Verhältnis ist wichtig für die Herzgesundheit.
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CRP-Wert
CRP-Wert (C-reaktives Protein) ist ein Entzündungsmarker im Blut. Ein erhöhter CRP-Wert weist auf akute oder chronische Entzündungen hin.
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Cyclooxygenase
Cyclooxygenase (COX) ist ein Enzym, das aus Fettsäuren Eicosanoide bildet – Botenstoffe, die Entzündungsreaktionen im Körper regulieren.
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DHA & EPA
Diese Omega-3-Fettsäuren werden im Körper in Resolvine, Maresine und Protectine umgewandelt – Stoffe, die entzündungshemmend wirken. Sie sind essenziell für das Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System.
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Einfach ungesättigte Fettsäuren
Sind Fettsäuren mit nur einer Doppelbindung in ihrer chemischen Struktur. Sie kommen vor allem in Olivenöl, Avocados und Nüssen vor. Sie gelten als herzgesund, da sie den LDL-Cholesterinspiegel senken können, ohne das HDL zu beeinträchtigen.
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Essentielle Fettsäuren
Essentielle Fettsäuren kann der Körper nicht selbst herstellen, sie müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Dazu zählen Alpha-Linolensäure (ALA), die Eicosapentaensäure (EPA) und die Docosahexaensäure (DHA) aus der Omega-3-Gruppe und Linolsäure aus der Omega-6-Gruppe. Sie sind Bausteine für Zellmembranen und Ausgangsstoffe für wichtige Signalmoleküle.
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Eicosanoide
Eicosanoide sind hormonähnliche Botenstoffe, die aus Omega-3- oder Omega-6-Fettsäuren gebildet werden. Sie steuern Entzündungen, Immunreaktionen, Blutdruck und mehr. Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 beeinflusst, ob diese Prozesse eher pro- oder anti-entzündlich wirken.
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Extra Vergine
Die höchste von insgesamt acht Qualitätsstufen von Olivenöl. Für ein Olivenöl extra vergine (oder extra native) werden ausschließlich hochwertige Oliven, die in der Reifezeit geerntet werden - bevor sie sich verfärben - verwendet und durch mechanische Verfahren gewonnen (Kaltpressung). Der Gehalt an freien Fettsäuren muss kleiner gleich 0,8 % sein.
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Flavonoide
Eine Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe mit antioxidativer, entzündungshemmender und antimikrobieller Wirkung. Flavonoide schützen Pflanzen vor UV-Strahlen und oxidativem Stress – im menschlichen Körper haben sie zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen.
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Filterverfahren
Mechanischer oder physikalischer Prozess zur Trennung von Öl und festen Bestandteilen (z. B. Trübstoffe, Pressrückstände). Ungefilterte Öle können Bodensatz bilden, was unbedenklich ist. Gefilterte Öle sind klarer, aber enthalten weniger Geschmacksträger.
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Freie Radikale
Aggressive Sauerstoffverbindungen, die Zellen schädigen können. Sie entstehen z. B. durch UV-Strahlung, Umweltgifte oder bei oxidativen Prozessen in Ölen. Antioxidantien neutralisieren freie Radikale und können somit u. a. vor Zellalterung schützen.
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Gesättigte Fettsäuren
Fettsäuren ohne Doppelbindungen sind bei Raumtemperatur meist fest (z. B. Butter, Kokosfett). In hohen Mengen können sie den Cholesterinspiegel negativ beeinflussen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Sie kommen vor allem in tierischen Produkten vor.
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Haltbarkeit
Die Haltbarkeit von Ölen hängt stark vom Gehalt an ungesättigten Fettsäuren sowie von Licht-, Wärme- und Sauerstoffeinwirkung ab. Kaltgepresste Öle halten ungeöffnet bei richtiger Lagerung – das heißt vor Wärme und Licht geschützt - meist bis zu einem Jahr. Leinöl bildet eine Ausnahme: es sollte stets im Kühlschrank gelagert und rasch verbraucht werden. Nach einem Zeitraum von etwa drei Monaten wird Leinöl sukzessive bitterer im Geschmack.
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Histamin oder Zytokine
Körpereigene Botenstoffe, die bei Immunreaktionen eine Rolle spielen. Histamin vermittelt allergische Reaktionen und fördert Entzündungen. Zytokine regulieren Entzündungs- und Heilungsprozesse.
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Kaltgepressung
Ein schonendes mechanisches Verfahren zur Ölgewinnung ohne Wärmezufuhr. Dadurch bleiben viele wertvolle Inhaltsstoffe (z. B. Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe) erhalten. Kaltgepresste Öle sind empfindlich gegenüber Licht, Wärme und Sauerstoff. Das Verfahren wird Österreich im Lebensmittelbuch, Codexkapitel B 30, definiert.
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Ketose
Ein Stoffwechselzustand, bei dem der Körper Fett statt Glukose zur Energiegewinnung nutzt. Dabei entstehen sogenannte Ketonkörper. Eine ketogene Ernährung ist sehr fett- und extrem kohlenhydratarm – sie kann therapeutisch genutzt werden.
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Kohlenhydrate
Kohlenhydrate teilen sich in einfache (Mono- und Disaccharide) und komplexe Kohlehydrate (Oligo- und Polysaccharide). Sie sind die Hauptenergiequelle des Körpers und kommen in pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Getreide vor. Sie werden im Körper in Zucker umgewandelt und versorgen Zellen, Muskeln und Gehirn mit Energie. In reinen Speiseölen sind keine verwertbaren Kohlenhydrate enthalten, da Öle fast ausschließlich aus Fett bestehen.
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Lagerung
Hochwertige Öle sollten dunkel, trocken und möglichst vor Wärme geschützt gelagert werden – am besten in dunklen Flaschen. Sie reagieren empfindlich auf Licht, Wärme und Luft, was zu oxidativem Ranzigwerden führen kann. Leinöl ist besonders empfindlich und gehört schon vor dem ersten Öffnen in den Kühlschrank.
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Longevity
Das Wort Longevity stammt aus dem Englischen und bedeutet „Langlebigkeit“ – im modernen Gesundheitskontext beschreibt es jedoch weit mehr als das bloße Erreichen eines hohen Alters.
Heute steht Longevity für die aktive Verlängerung der gesunden Lebensspanne – also jener Jahre, in denen Körper und Geist fit bleiben. Dabei geht es weniger um die reine Lebensdauer, sondern um die Qualität des Alterns.
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Mehrfach ungesättigte Fettsäuren
Werden auch PUFAs genannt. Diese Fettsäuren enthalten mehrere Doppelbindungen in ihrer Struktur. Zu ihnen zählen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die essenziell für viele Körperfunktionen sind. Je mehr Doppelbindungen, desto oxidationsempfindlicher ist die Fettsäure – darum sind PUFAs auch besonders lagerungsempfindlich.
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Mikroben
Auch bekannt als Mikroorganismen wie zum Beispiel Bakterien, Pilze und Hefen. Können bei Lebensmittel zum Verderb (z. B. durch Schimmel bei unsachgemäßer Lagerung) führen oder positiv wirken, etwa als Fermentationshelfer. Antimikrobielle Pflanzenstoffe wie Flavonoide können das Wachstum schädlicher Mikroben hemmen.
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Native
Die zweite von insgesamt acht Qualitätsstufen von Olivenöl. Die Klassifizierung wird durch eine EU-Verordnung geregelt Beschreibt Öl, das ausschließlich durch mechanische Verfahren (Kaltpressung) gewonnen wird. Der Gehalt an freien Fettsäuren darf 2 % nicht überschreiten.
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Oxidatives Ranzigwerden
Öle werden ranzig und damit schlecht, wenn ungesättigte Fettsäuren mit Sauerstoff reagieren – begünstigt durch Licht, Wärme und Luft. Dabei entstehen Aldehyde und Ketone, die für den unangenehmen Geruch und Geschmack ranziger Öle verantwortlich sind.
Schutzmaßnahmen für dein Öl: vor Wärme und Licht geschützt lagern (in einer dunklen Flasche), Flasche stets gut verschließen.
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Phytochemikalien
Auch bekannt als sekundäre Pflanzenstoffe. Diese Substanzen sind nicht essenziell, können aber - so haben epidemologische Studien gezeigt - Einfluss auf die menschliche Gesundheit haben. Sie werden u. a. mit antioxidativer, entzündungshemmender, antibakterieller, gefäßschützender Wirkung in Verbindung gebracht. Sie kommen z. B. in Kräutern, Beeren, Ölsaaten und hochwertigen Ölen vor.
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PPARs
PPARs (Peroxisome Proliferator-Activated Receptors) sind nukleare Rezeptoren, die die Genaktivität regulieren, insbesondere beim Fett- und Zuckerstoffwechsel sowie bei Entzündungen. Omega-3-Fettsäuren wie EPA und DHA können PPARs aktivieren und dadurch entzündungshemmende Effekte auslösen.
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Presskuchen
Fester Rückstand, der bei der Ölpressung entsteht. Auch bekannt als Ölkuchen. Er ist eine wertvolle Ressource, da er viel Protein und Ballaststoffe enthält. Presskuchen kann vermahlen als Lebensmittel dienen (siehe Proteinmehle).
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Protein
Proteine sind lebenswichtige Moleküle, die aus Aminosäuren bestehen. Sie sind unersetzlich für Zellaufbau, Hormonproduktion, Enzymbildung u. v. m. Der Wortursprung ist griechisch Proton und bedeutetet „das Erste“ oder „das Wichtigste“. Das deutsche Wort für Protein ist Eiweiß. Es ist für unseren Körper lebenswichtig. Da dieser über keine Speichermöglichkeit verfügt, müssen wir unsere Körperzellen regelmäßig mit Eiweiß versorgen. Proteine sind Moleküle, die sich aus langen Ketten von Aminosäuren zusammensetzen.
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Proteinmehle
Fein vermahlener Presskuchen. Wird als faserreiches Mehl in der glutenfreien Küche, als Proteinquelle oder Ballaststofflieferant verwendet. Einige Sorten haben einen besonders hohen Proteingehalt. Mit rund 60 % Proteinanteil ist zum Beispiel Kürbiskernmehl aus Presskuchen hervorzuheben.
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Raffiniertes Öl
Öl, das durch chemisch-technische Verfahren (z. B. mit Hitze, Lösungsmitteln, Filtration) gereinigt wurde. Dadurch wird es geschmacksneutral, hitzestabil und länger haltbar, verliert aber wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe.
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Rauchpunkt
Temperatur, bei der ein Öl sichtbar zu rauchen beginnt. Wird dieser Punkt überschritten, zersetzen sich die Fettmoleküle, und es entstehen schädliche Verbindungen (z. B. Acrolein). Kaltgepresste Öle haben einen niedrigeren Rauchpunkt und eignen sich besser für kalte Speisen. Raffinierte Öle sind zum Braten besser geeignet. Ein besonders hitzestabiles Beispiel ist High Oleic Sonnenblumenöl, das sich darüber hinaus durch seinen hohen Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren auszeichnet.
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Transfette
Entstehen vor allem bei der industriellen Härtung von Pflanzenölen (z. B. in Margarine, Fast Food, Fertigprodukten). Sie gelten als besonders ungesund, da sie das LDL-Cholesterin erhöhen und das HDL-Cholesterin senken – was u. a. das Risiko für koronare Herzerkrankungen erhöhen kann.
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Triglyzeride
Triglyzeride oder sogenannte “Neutralfette” werden in der Leber gebildet oder durch die Nahrung aufgenommen. Sie bestehen aus drei Fettsäuren, die an ein Glycerin-Molekül gebunden sind. Im Blut dienen sie als Energiespeicher. Ein dauerhaft erhöhter Triglyzeridspiegel kann ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Pankreatitis sein.
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Vitamine
Vitamine sind lebensnotwendige organische Verbindungen, die unser Körper für zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigt – jedoch meist nicht selbst herstellen kann. Sie müssen daher über die Nahrung aufgenommen werden. Man unterscheidet zwischen wasserlöslichen Vitaminen (z. B. Vitamin C und B-Vitamine) und fettlöslichen Vitaminen (A, D, E und K), die nur in Verbindung mit Fett optimal vom Körper aufgenommen werden können.
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Vitamin E
Oder Tocopherol. Ein besonders wichtiges fettlösliches Vitamin, das in vielen pflanzlichen Ölen vorkommt und dort ungesättigte Fettsäuren stabilisiert. Es wirkt antioxidativ, d. h. es wird damit assoziiert unsere Zellen vor sogenannten freien Radikalen zu schützen, die Zellschäden und Alterungsprozesse begünstigen können. Vitamin E spielt zudem eine Rolle im Immunsystem, unterstützt die Gefäßgesundheitund kann entzündungshemmend wirken.

