Frucht, Samen, Kern oder Keim?
Speiseöle unterscheiden sich nicht nur durch ihre Herstellung, sondern auch durch den Teil der Pflanze, aus dem sie gewonnen werden. Dieser Ursprung beeinflusst Geschmack, Farbe und Nährstoffgehalt des Öls. Grundsätzlich lassen sich pflanzliche Öle in Fruchtöle, Samen-, Kern-, Nuss- und Keimöle einteilen.
Fruchtöle: gewonnen aus dem Fruchtfleisch
Fruchtöle stammen aus dem fleischigen Teil der Frucht, nicht aus dem Samen. Das bekannteste Beispiel ist das Olivenöl, das direkt aus dem Fruchtfleisch der Olive gewonnen wird. Auch Avocadoöl gehört zu dieser Gruppe.
Fruchtöle zeichnen sich durch ihren milden, oft fruchtigen Geschmack, eine grünlich-goldene Farbe und einen hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren aus.
Samen- und Kernöle: reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren
Samen- und Kernöle werden aus den ölhaltigen Samen oder Kernen der Pflanzen gewonnen, etwa aus Sonnenblumen, Leinsamen, Raps, Kürbiskernen oder Traubenkernen. Diese Öle enthalten oft einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (wie Linol- oder Alpha-Linolensäure), die ernährungsphysiologisch wertvoll, aber besonder empfindlich gegenüber Hitze und Licht sind.
Nussöle: aromatische Spezialitäten
Nussöle wie Walnuss-, Haselnuss-, Mandel- oder Macadamiaöl werden aus den essbaren Nüssen gewonnen. Sie überzeugen durch ihr intensives, oft süßlich-nussiges Aroma und enthalten wertvolle Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie antioxidative Substanzen.
Keimöle: konzentrierte Energie aus dem Pflanzenspross
Keimöle stammen aus dem Pflanzenkeim, also dem nährstoffreichen Teil des Samens, der den Keimling versorgt. Beispiele sind Weizenkeimöl, Maiskeimöl oder Reiskeimöl.
Da Keime reich an Vitamin E, Lecithin und sekundären Pflanzenstoffen sind, zählen Keimöle zu den nährstoffdichtesten Pflanzenölen überhaupt.

